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Entwicklungszusammenarbeit konkret

Die Erfolgsgeschichte von José

Die Erfolgsgeschichte von José

“Wir leisten Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika”. Schön und gut. Doch was heisst das konkret? Was kann eine Geldspende aus der Schweiz 8500 km weit entfernt tatsächlich bewirken? Die folgende Geschichte vom Kleinbauer José und seiner Familie aus dem Jequitinhonha-Tal gibt Einblick in ein Schicksal, welches viele brasilianische Familien teilen. Es zeigt auf, wie die Entwicklungszusammenarbeit von Vivamos Mejor (wortwörtlich) Früchte trägt.


Hintergrund

Das Jequitinhonha-Tal im Bundesstaat Minas Gerais ist fast doppelt so gross wie die Schweiz und beheimatet eine Million Menschen. Die Hälfte davon lebt als Kleinbauern in Armut: Sie kämpfen mit mehrmonatigen Trockenperioden, produzieren nach veralteten Methoden und ernten wenig in mangelnder Qualität. Die Kleinbauern können ihre Produkte kaum verkaufen: Grossisten haben sie vom Wochenmarkt verdrängt, weil der Marktverband zu schwach ist. Für den Verkauf an lokale Supermärkte und Schulen fehlen den Kleinbauern Wissen sowie die nötigen Nachweise. Diese Herausforderungen führen dazu, dass sich viele Männer als Saisonarbeiter durchschlagen oder ganz abwandern.


Die Geschichte

1988: Der Kleinbauer José Lino de Azevedo und seine Frau Maria bekommen ihre erste Tochter, Josiane Cordeiro Azevedo. In den nächsten 12 Jahre folgen weitere fünf Kinder. Um für seine Familie aufzukommen, zieht José regelmässig umher, immer auf der Suche nach Arbeit. Bis zu sechs Monate musste er seine Frau schon alleine mit den Kindern zurücklassen. Schlechte Arbeitsbedingungen und die Angst vor Hunger zwingen ihn immer wieder fortzugehen. Doch auch das hart erarbeitete Einkommen reicht nicht aus, um die Familie gesund zu ernähren. Arztbesuche wegen Durchfall und Fieber gehören für die Familie Azevedo zum Alltag.

2004: Ein vergangenes Projekt von Vivamos Mejor hilft José, seine Bewässerungs- und Anbautechnik zu verbessern. Es gelingt ihm und seiner Familie, den Ertrag aus dem eigenen Grundstück zu erhöhen, José ist nicht mehr gezwungen, ständig anderswo nach Arbeit zu suchen. Doch der Kleinbauer hat Mühe, seine Produkte auf dem Markt in Veredinha zu verkaufen, unter anderem, da er keine Giftstoffe benutzt. Ausserdem fehlen ihm die offiziellen Dokumente für seinen Betrieb.

2009: Vivamos Mejor etabliert in den Gemeinden Veredinha und Chapado Norte zwei Marktverbände, die heute selbstständig einen Kleinkredit-Fonds verwalten, für ihre Mitglieder Produktionsmittel einkaufen und Arbeitsgeräte vermieten.

2019: José ist seit mehreren Jahren Teil des Marktverbandes und findet in ihm Unterstützung, sowohl für die Produktion als auch für den Vertrieb. Durch das Projekt Absatz statt Armut von Vivamos Mejor konnte er seinen Betrieb im Jahr 2018 bio-zertifizieren lassen und somit seine Produkte an die lokalen Schulen verkaufen. Gemeinsam mit seiner Familie konnte er den Ertrag um 20% steigern.

Die Erfolgsgeschichte von José Lino und seiner Familie gilt als Einblick in unsere mehrjährigen Projekte in Brasilien. Mit den Zielen, eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen und das Einkommen der Kleinbauern zu fördern, leistet Vivamos Mejor konkrete Entwicklungszusammenarbeit.


Eindrücke


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José und Maria
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