Schule statt Strasse - Kolumbien

Schule statt Strasse

Vorschulbildung für marginalisierte Kinder in Soacha

Schule statt Strasse: Vorschulbildung für marginalisierte Kinder in Soacha



Kolumbien, Metropolregion Bogotá, Comunas 1, 2, 3, 5 & 6 der Gemeinde Soacha

Vorschulförderung, soziale Inklusion, Gemeinschaftsorganisation

Direkt: 1’392 Kinder, 80 Tagesmütter,
896 Eltern und 120 Praktikantinnen
Indirekt: 3’360 Familienangehörige

Stiftung «Apoyar», Bogotá

Die geplanten Projektkosten belaufen sich auf CHF 696’363. In den Gesamtkosten nicht enthalten sind Eigenleistungen und Lokalbeiträge.

2021-2023

Projekthintergrund

Vom internen Konflikt vertriebene, marginalisierte Familien in Soacha leben unter prekären Bedingungen. Die Kinder zeigen aufgrund fehlender Stimulation und Zuneigung sowie Mangelernährung bereits früh deutliche Entwicklungsverzögerungen. Zwar werden sie tagsüber in staatlich finanzierten Quartier-Kitas von Laien-Tagesmüttern beaufsichtigt. Diese sind jedoch schlecht ausgebildet und ihre Betreuungsräume sind nicht kindsgerecht eingerichtet. Viele Tagesmütter sind nicht in der Lage, die Kinder liebevoll und ganzheitlich zu fördern. Konsequenz: Viele Kinder treten verspätet in die Schule ein oder starten mit erheblichen Entwicklungsrückständen. Dies führt zur Wiederholung der Klasse und vorzeitigem Schulabbruch.

Unser Lösungsansatz

Wir bieten 1’392 armutsbetroffenen Kindern altersgerechte Förderung, indem wir Laien-Tagesmütter von 80 Quartier-Kitas zu Kleinkinderzieherinnen ausbilden und coachen. Wir verbessern die Infrastruktur der Kitas und gestalten sie kindgerecht. So ermöglichen wir den Kindern ein anregendes Entwicklungsumfeld. Die Eltern sensibilisieren wir für die Wichtigkeit von Vorschulförderung und bieten ihnen bei Bedarf psychologische und pädagogische Unterstützung an. Durch die qualitativ bessere frühkindliche Förderung legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Schulkarriere und einen Ausstieg aus der Armutsspirale.

Im Projekt arbeiten wir eng mit dem für Kitas zuständigen kolumbianischen Amt für Kinder- und Jugendfragen (ICBF) zusammen.

Projektziele

  • Von 1’392 geförderten Kindern in 80 Kindertagesstätten erreichen mind. 90% einen altersentsprechenden Entwicklungsstand und sind auf den Schuleintritt vorbereitet.
  • 80 Tagesmütter bieten eine professionelle und qualitative Tagesbetreuung an.
  • 896 Eltern und 80 Tagesmütter verstehen die Wichtigkeit von Vorschulförderung und gewaltfreier Erziehung und setzen sich für die Bedürfnisse der Kinder ein.
  • Unsere Partnerorganisation ist institutionell gestärkt und setzt sich erfolgreich bei den zuständigen Behörden für den Erhalt der qualitätsverbesserten Quartier-Kitas ein.

Bestätigte Wirkung

Eine von der DEZA und ETH-Nadel prämierte, wissenschaftliche Studie der Universität Lausanne belegte die nachhaltige Wirkung unseres Ansatzes: Kleinkinder aus unserem Projekt zeigten im Vergleich zu Kindern ohne Projektintervention signifikant bessere kognitive, psychosoziale und psychomotorische Fähigkeiten beim Schuleintritt und schlossen zum nationalen Durchschnitt auf. Erfahre hier mehr zu unserer Wirkungsmessung.



Juan Amado, Kindergärtner

So hat mir Vivamos Mejor geholfen

«Ich konnte während meiner Ausbildung die Grundlagen der motorischen und kognitiven Entwicklung von Kindern durch spielerische Aktivitäten und Gruppeninteraktionen erlernen, was mir sehr hilft bei meinem Job als Kindergärtner.»

Juans Familie wurde in ihrem Heimatort Caparrapí von paramilitärischen Einheiten von ihrem Grundstück vertrieben und musste nach Bogotá ziehen. Dort konnte Juan dank Vivamos Mejor eine Ausbildung abschliessen und eine Arbeitsstelle finden.

Juan Amado, Kindergärtner und Absolvent des Projektes «Fit for the job»




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