Corona in Kolumbien

Corona in Kolumbien

So passen wir unsere Projektaktivitäten an

Auswirkungen Corona-Pandemie in Kolumbien

Auch in Kolumbien haben sich unsere Projektaktivitäten im Bereich Vorschulförderung aufgrund des Coronavirus verändert. Wir setzen alles daran, mit den Familien in Kontakt zu bleiben, ihnen wenn nötig Essenspakete zukommen zu lassen und die Ausbildungen der Tagesmütter online weiterzuführen.

Die Situation in Kolumbien

Am 9. Juni meldete der Staat 23'015 COVID-19-Infektionen. Betroffen ist in erster Linie die Hauptstadt Bogotá. Die Dunkelziffer ist gross, da der Staat nicht grossflächig testet. Nach einem über zweimonatigen Lockdown gibt es nun erste schrittweise Lockerungen für die Wiederaufnahme der Wirtschaft, jedoch gelten weiterhin starke Beschränkungen des sozialen Lebens. Der landesweite sanitäre Notstand wurde bis 31.8.2020 verlängert.

In Kolumbien arbeitet über die Hälfte der Bevölkerung im informellen Sektor. Ihre Einnahmen reichen meistens nur knapp aus, um die gesamte Familie zu ernähren. Wenn ihnen diese wichtigen Einnahmen wegen der Ausgangssperre fehlen, kommen sie rasch in Existenznot. Diese Angst, sowie die Isolation treibt die häusliche Gewalt in die Höhe. Staatliche Meldestellen verzeichneten bereits nach der ersten Quarantänewoche einen Anstieg von rund 50%.

Im April verzeichnet das Arbeitslosenamt 5.4 Millionen Arbeitslose, staatliche Massnahmen zur Deckung der Erwerbsausfälle sind bisher keine bekannt. Bereits gab es in den Städten erste Plünderungen von Supermärkten. Der Regierung wird vorgeworfen, dass sie Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aus Westeuropa kopiert hat, ohne die eigenen Realitäten berücksichtigt zu haben.

Auswirkungen auf die Kitas

Sämtliche Frühförderungseinrichtungen, darunter auch unsere Quartier-Kitas, wurden per Mitte März bis auf weiteres geschlossen. Das staatliche Amt ICBF, welches für die Administration der Vorschuleinrichtungen verantwortlich ist, gab bisher keine Alternativen zur Betreuung und Förderung der Kleinkinder während der Ausgangssperre bekannt. Einzig liefert es den Tagesmüttern die zugesprochenen Nahrungsmittel für die Kleinkinder weiterhin aus, welche diese durch eine Sondergenehmigung den Kindern direkt weiterleitet. Hierbei handelt es sich um die Mahlzeiten, welche die Kinder sonst in den Kitas bekommen würden. Diese Lebensmittel reichen aber nur für die Kinder und nicht für die gesamte Familie. 


Unsere Massnahmen während der Corona-Pandemie in Kolumbien

Kontakt Familien

Wir halten den Kontakt mit Eltern per Telefon, bieten psychologische Unterstützung an und geben ihnen Vorschläge für gezielte Aktivitäten, wie sie ihre Kinder altersgerecht fördern können.

Gesundheitspapiere

Wir bereiten mit den Tagesmüttern Ausweispapiere für die Gesundheitsversorgung vor, damit diese bei einer Normalisierung der Lage umgehend beantragt werden können.

Essenspakete

Wir verteilen zusätzlich zu den staatlichen Rationen für die Kleinkinder Lebensmittelpakete an Familien und kümmern uns um das Einholen von Spezialbewilligungen für Lieferungen.

Online Klassen

Die Ausbildungskurse für Tagesmütter finden online statt, Praktikant*innen können zurzeit leider nicht betreut werden.

Lobbyarbeit

Lobbyarbeit ist zurzeit leider nicht möglich, die Interessensvertretung bei den Behörden findet jedoch online statt.

Informationsblatt

Massnahmen Partnerorganisation: Abstands-Einhaltung, Hygiene-Vorkehrungen, Home-Office, Verzicht ÖV.